Als wir in dem beschaulichen Örtchen Taupo ankamen, wusste ich schon, dass jeder, der in Neuseeland Fallschirmspringen will, es auf Grund des niedrigen Preises (im Verhältnis zu anderen Plätzen- teuer ist es immer noch) hier macht. Todesmutig trug ich mich auf der Liste ein und wurde mit zwei meiner Mitreisenden zum Flugplatz gefahren. Aber schade, das Wetter war zu schlecht zum Springen und Henni für die nächsten Stunden erstmal erleichtert.
Doch am nächsten Tag war es soweit: um 14 Uhr holte das Team mich und einige „Mitspringer“ ab und es konnte losgehen. Die erste Angst wich, sobald die ganze Action losging: rein in der Anzug, Gurte anlegen, festzurren und immer mal wieder überprüfen.
Dann machte ich mich mit meinem Tandem-Partner (alleine lassen sie die verrückten Touris dann doch nicht hüpfen) und 4 weiteren mutigen Helden auf den Weg in ein kleines Flugzeug, das uns innerhalb von 20 Minuten auf 15.000 feet brachte. Die Aussicht war atemberaubend, was jedoch zur Nebensache wurde, als die Luke geöffnet wurde. „Jetzt geht’s los“ sagte mein Springmeister, der zufällig Deutscher war und an den ich so fest geschnürt war, dass nicht ich mich Richtung Ausgang bewegte, sondern er mich quasi dorthin trug. Meine Beine hingen schon aus dem Flugzeug, ein letztes Lächeln Richtung Kamera und schon war ich draußen und befand mich im freien Fall. Die ersten Sekunden waren wie ein kleiner Schock, ich war unfähig zu denken oder mich zu orientieren. Doch dann streckte ich die Arme aus und fiel einfach nur noch- und das eine gute Minute lang, bis der Fallschirm geöffnet wird. So segelten wir noch weitere 4 Minuten über den riesigen Lake Taupo, unter mir Wasser, drum herum die bergige Landschaft Neuseelands- ein einzigartiger, wunderschöner Ausblick. Die Landung war sanft und ich war glücklich, überdreht und auch ein bißchen stolz auf mich.
Der Abend gab dann Anlass, dieses Erlebnis zu feiern, denn Neuseeland stand im Rugby Final und das mit dem World Cup im eigenen Land. Wie bei uns zur WM gab es Public Viewing, eine Fanmeile und unzählige Menschen in unzähligen Pubs und wir mitten drin. Als die „All Blacks“, die neuseeländische Mannschaft, das Spiel dann auch noch gewann, war kein Halten mehr. Die Menschen auf der Straße feierten und tranken und wir mischten natürlich kräftig mit.
Der Nachteil an dieser ausgelassenen Feierei zeigte sich am nächsten Morgen: um 7.30 fuhr der Bus weiter und dementsprechend ging es den Insassen: schlecht.
Trotzdem schleppten wir uns durch unterirdische Höhlen mit leuchtend grünen Glühwürmchen bis hin zum National Park, wo die klare, frische Luft uns wieder ein bißchen auf die Beine half und wir den Abend mit einem großen Barbecue, das unser Busfahrer organisiert hatte, ausklingen ließen.
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