Montag, 26. September 2011

Hostel Life

Ich habe jetzt eine Woche in einem Hostel gewohnt und bilde mir daher ein, mir bereits eine Bild über den Hostel Lifestyle machen zu dürfen, das natürlich vor Klisches und Vorurteilen nur so strotzt. Ich halte ein Hostel für einen Ort, an dem jeden Tag verschiedene Konstellationen von Menschen aus aller Welt aufeinandertreffen, die versuchen, miteinander zu harmonieren. Gut 75% der Teilnehmer dieser individuellen Gruppe versuchen, sich zu profilieren, indem sie entweder besonders lustig, besonders individuell, besonders laut oder besonders besoffen sind. So finden sich schnell Gleichgesinnte, die in kürzester Zeit zu den allerallerallerbesten Freunden werden- für immer und ewig natürlich! (oder eben, bis der Hostelaufenthalt vorbei ist).
Wer sich (so wie ich) keiner Clique anschließen möchte, hat trotzdem die Möglichkeit, an dem regen leben teilzunehmen. Ob in der Küche, im Innenhof, vor der Waschmaschine oder in Flur- keine Gelegenheit zum Small Talk wird ausgelassen: Sätze wie „Hey. How are you?“, „What have u been doing today?“, „Are u going out tonight?“ gehören zum Grundwortschatz eines Hostelbewohners.
Eine grundsätzliche Gegebenheit, an die man sich ebenfalls gewöhnen muss, ist das ständige Suchen von Gegenständen, von denen man weiß, dass man sie besitzt, die aber unauffindbar scheinen, weil sie irgendwo im Chaos des 6-/8-/10-Bett Zimmers untergegangen sind. Als noch komplizierter erweist sich die Suche in den Abendstunde, wenn die ersten Mitbewohner schlafen und man sein Hab und Gut lediglich im Schein des Handybildschirms zusammenkramen muss. Aber: es ist alles Gewöhnungssache und irgendwie lebt man sich schnell in das Hostelleben ein: man wird geduldiger, gelassener und unaufgeregter.
Und zusätzlich zu diesem neuen entspannten Lebensstil hat es auch große Vorteile, mit so vielen Menschen zusammen zu leben: Wenn man will, muss man nie alleine sein, man unterhält sich mit Menschen, mit denen man zu Hause nie in Kontakt kommen würde. Man lernt verschiedene Arten kennen, wie man sein Leben führen kann, wird vielleicht sogar zu neuen Taten inspiriert und bekommt zusätzlich von allen Seiten super Reisetipps: denn der durchschnittliche Hostelbesucher ist schon viel rumgekommen.
Und manche seiner Mitbewohner, obwohl man weiß, dass man wohl nie wieder Kontakt haben wird, schließt man tatsächlich ins Herz, weil es einfach ganz wunderbare Menschen sind, die einen auf der eigenen, aufregenden Reise für kurze Zeit begleiten.

Strand

Ganz in der Nähe von Sydney, nur eine halbstündige Fahrt mit der Fähre entfernt, liegt Manly. Schon die Fahrt hierhin, vorbei am Opernhaus und der Skyline Sydneys, ist wunderschön. Und in Manly angekommen fühlt man sich sofort wie im Urlaub (außer, dass sich direkt am Anleger ein Aldi befindet): Es gibt eine hübsche Promenade, alle 5 Meter läuft ein Surfer mit seinem Brett unterm Arm an einem vorbei und in der kleinen Einkaufsstraße geben Straßenmusiker ihr Bestes. Besonders beeindruckend war ein etwa 10jähriger Junge, der mit seiner Gitarre und herzerwärmenden Liedern die Zuschauer begeisterte.

Vom Manly Beach aus führt ein Weg die Küste entlang zum Shelly Beach, einem wunderschönen kleinen Strand, der von wuchernder Natur umsäumt ist: der perfekte Ort, um ein paar Fotos zu schießen, die alle Nicht-Urlauber vor Neid erblassen lässt und die ich darum natürlich gerne ganz provokativ zeige.





Sonntag, 25. September 2011

Wochenende

An einem Freitag Abend fängt das Hostel „The Original Backpackers“ in Sydney/Kings Cross erst richtig an zu beben: Es ist Barbecue Night!
Mit viel Liebe bereiten einige der Hostel Mitarbeiter (von denen die meisten selbst Backpacker sind) ein leckeres Buffet mit Salaten Gemüse und Unmengen an Burgern, Würstchen und Chicken zu- und 90% des Hostels nimmt an diese Abendaktivität teil, da man für die 5 Dollar, die man hier bezahlt, sonst kaum eine vernünftige Mahlzeit bekommt.
Dazu gönnt man sich dann schonmal ein Fläschchen Wein und da hier alles ein bißchen früher los geht, kann man so gegen neun auch ruhig schon einen im Tee haben, denn um Punkt halb zehn ruft das Hostelpersonal zum Aufbruch (je nach Abendprogramm bringen einen andere Mitarbeiter zur Diskothek, damit man auch nicht verloren geht).
Wenn der Eintritt frei und das erste Getränk umsonst sind, kann man solche Aktionen mal mitmachen und sich das Australische Nightlife angucken.

Das Gute am frühen ausgehen ist das frühe Antreten des Rückweges- um kurz vor 1 Uhr lag ich selig schlafend im Bett, was perfekt war, da ich am nächsten Tag einen ausgedehnten City Walk mit Alia geplant hatte.
Obwohl am Samstag Nachmittag bereits die ersten Regentropfen fielen, spazierten wir nach einem ausgiebigen, unfassbar leckeren Brunch in im trendigen Surrey Hill, durch Darling Harbour und The Rocks und über die Harbour Bridge. Zwar taten danach die Füße weh, aber es war toll, so viele verschiedene Gegenden in kürzester Zeit zu sehen- und das auch noch mit einer Ortskundigen an meiner Seite.


Sonntag war es verregnet und kalt, eigentlich perfekt, um den ganzen Tag im Bett zu liegen, doch da man im Hostel eh nie seine Ruhe hat, ließ ich mir im ströhmenden Regen von Alia die Universität zeigen, um danach in Glebe, dem populären Univiertel, was essen und in einem bezaubernden kleinen Cafe bei Kaffee und Muffins den Sonntag zu genießen. 

Freitag, 23. September 2011

Sydney

Wenn man von Bali nach Sydney kommt ist das wie ein umgekehrter Kulturschock: Nach zwei Wochen Chaos, Getümmel, vollen Straßen und tausend neuen Eindrücken ist Sydney der Inbegriff von Beschaulichkeit und Ruhe- fast ein bißchen zu ruhig. Man darf das nicht falsch verstehen, Sydney ist eine wunderschöne Stadt, aber eben ein weniger aufregend, da sie natürlich ein Inbegriff der westlichen Welt ist. Die Läden, die Bauart, die Menschen: alles kommt einem bekannter vor, obwohl es trotzdem viel Neues zu entdecken gibt.
Die typischen Highlights wie das Opera House und die Harbour Brigde mussten beim ersten Stadtbummel natürlich abgegrast werden, ebenso wie der Botanische Garten. Die Mischung aus gepflegter Grünanlage, strahlender Sonne, blauem Meer und die Aussicht auf die Wahrzeichen Sydneys waren einfach die perfekte Mischung für den Beginn meiner Australien Reise.






Es wurde ein bißchen geshoppt und Kaffee getrunken, Supermärkte nach den billigsten Produkten durchstöbert (was sich als sehr schwer herausstellte, da alles hier unfassbar teuer ist), mit der reizenden Alia essen gegangen und eine Ausstellungseröffnung besucht (wo es Prosecco umsonst gab, ein Highlight in dieser teuren Stadt).
Ansonsten kann man man auch gut viele Stunden im Hostel verbringen: Ich habe zwar zwar schnell rausgefunden, dass ich niemals ein typischer Backpacker sein werde, da ich auch gerne einfach mal meine Ruhe habe, aber es ist auch nett, draussen im Innenhof zu sitzen und jeden Tag neue Menschen kennenzulernen. Die meisten sind zwar deutlich jünger und setzten andere Prioritäten auf ihrer Australienreise (Chillen und abends Freigetränke in Bars abstauben), aber das kann ja jeder für sich selbst entscheiden.

Heute war dann ein besonders heißer Tag, weshalb es mich zum Strand verschlug- natürlich erst mal zum berühmten Bondi Beach, der aber auf Grund des guten Wetters ziemlich überfüllt war. Also spazierte ich den wunderschönen Küstenweg entlang zur nächsten, kleineren, intimeren Bucht, an der ich in Ruhe die Sonne Sydneys genießen konnte. 


Montag, 19. September 2011

Bye Bye Bali

Nun sind die zwei Wochen auf Bali so gut wie vorbei und so sehr ich mich auf Sydney freue, so sehr werde ich auch wehmütig, diese wunderschöne Insel mit ihren ganz besonderen Eigenheiten zu verlassen, denn nachdem der erste Kulturschock überstanden war, hab ich mich innerhalb der zwei Wochen tatsächlich fast „eingelebt“. Außerdem habe ich in diese kurzen Zeit wirklich einige tolle Menschen kennengelernt, die mir neuen Input oder auch einfach ein gefühl von Heimat vermittelt haben.

Es gibt aber natürlich auch Dinge, die mir nicht besonders fehlen werden:
  • die zum Teil leider doch mangelnde Sauberkeit, besonders im „Nassbereich“
  • Kakerlaken im Badezimmer
  • die ständige Frage: „Transport?You need transport?“
  • Männer mit Jacken übern Kopf am Strand, die mich ungeniert beobachten und Fotos machen
  • Bagger-Versuche: mein Reiseführer sagte zwar, dass man sich als alleinreisende Frau keine Gedanken um die einheimischen Männer machen muss- das ist Quatsch. Ob auf der Straße, am Strand, im Taxi, im Krankenhaus (unfassbar aber wahr- aber keine Sorge, wegen mir waren wir nicht da)- überall machen die Männer einen als europäische Frau an. Mal ist es noch ganz süß und charming wie zum Beispiel die jüngeren Surflehrer am Strand, aber oft, wie zum Beispiel in ernsten Momente im Krankenhaus, ist das einfach nur nervig.

Des Weiteren gibt es hier Dinge, die mich besonders überrascht oder auch verwirrt haben:
  • Benzinverkauf in Wodkaflaschen am Straßenrand
  • McDelivery!!!! Ja, man kann sich hier von Mc Donalds (Burger Kind, KFC und Co.) das Essen nach Hause bringen lassen
  • Holzpenisse in allen Variation (ob als Flaschenöffner oder nur als „Deko“), die es an jeder Ecke gibt

Vor Allem aber, gibt es hier unzählige Dinge, in die ich mich geradezu verliebt habe:
  • die Farben, die einem hier überall entgegenleuchten, ob in der wilden Natur, auf den Märkten oder am Strand. Und überall in der Stadt, vor jedem Geschäft, Hauseingang, Restaurant findet man sogenannte „offerings“, also Opfergaben. Neben farbenfrohen Blüten werden hier oft auch Kekse, Reis und Bonbons beigelegt.
  • das Essen: auch wenn ich ab und zu mal ein klassisches Sandwich brauchte – die Küche hier ist einmalig und entgegen meiner Erwartung sehr bekömmlich
  • der Strand: wenn ich am Strand saß, mit einer Flasche „frestea“ (bester Eistee überhaupt) in der Hand, um mich herum die herumalbernden indonesischen Surflehrer, mit Blick aufs offene Meer, dann war das einfach perfekt
  • die Menschen: zwar konnte ich gerade am Anfang die Einwohner hier nicht besonders gut einschätzen, aber ich habe sie lieben gelernt. Obwohl sie hier zum Teil in wirklich sehr ärmlichen Verhältnissen leben, scheinen sie sich nie zu beschweren, sondern sind immer freundlich und zu Scherzen aufgelegt – die muss man auch erst verstehen lernen, aber dann kann man wirklich Spaß mit den Balinesen haben.


Donnerstag, 15. September 2011

Balinesische Küche

Der heutige Tag begann ruhig: das obligatorische Fühstück auf der Terasse, ein bißchen lesen, ein bißchen Wäsche waschen. Dann ging es raus in das Getümmel Ubuds, wobei ich nach einer halben Stunde die erste Rast in einem Cafe machte:Pausen müssen sein. Hier gönnte ich mir einen einheimischen Fruchtsalat mit Jogurt!, meine wahrscheinlich erste Portion Calcium seit ich hier bin.

Nach der Stärkung schlenderte ich ein bißchen duch die belebte Monkey Forest Road, wo sich Geschäfte, Spa´s und Restaurants aneinanderreihen. Ich war auf der Suche nach einem weiteren Ort zur Rast, an dem ich einen leckeren Kaffee bekommen könnte (gestaltet sich hier recht schwierig, da der balinesische Kaffee für europäische Geschmacksnerven doch eher ungewöhnlich ist) und da sah ich es: das Mekka der Kaffeespezialitäten: Starbucks!



Nachdem ich hier einen "Tall Cappucino" genossen hatte, zu dessen Preis wahrscheinlich eine ganze balinesische Familie zu Abend essen kann, machte ich mich auf den Weg zu meinem Kochkurs im "Bumbu Bali". Der Vormittagskurs war schon am Vortag ausgebucht gewesen, doch man bot mir einen am Nachmmittag an. Kein Problem, dachte ich und freute mich auf eine lustige Runde- wie viel Teilnehmer sie wohl in eine Gruppe quetschen würden? Einen- MICH.
Ich und meine Kochlehrerin waren also allein am Werk, worübe rich zunächst ein wenig enttäuscht war, was sich aber anschließend als völlig unbegründet rausstellte. Dadurch, dass ich die einzige Schülerin war, konnte sich meine Lehrerin ganz auf mich und meine speziellen Fragen konzentrieren. Außerdem konnte ich so alle Kochvorgänge selber machen, die sonst innerhalb der Gruppe aufgeteilt werden. Ein weiterer Vorteil zeigte sich in der Zubereitung: in der balinesischen Küche werden viele Vorgänge, wie das Vermischen von Zutaten, mit den bloßen Händen durchgeführt- und ich war froh, dass nur ich meine Patschehändchen in meinem Essen hatte und niemand sonst...
Nachdem mir die Köchin die wichtigsten Gewürze und Zutaten der balinesischen Küche erklärt und gezeigt hatte, begannen wir mit dem Kochen. Zunächst zeigte sie mit die Zubereitung von "Base Gede", eine balinesische Soße, die vielen Rezepten als Grundlage oder Würzmittel dient. Weiter ging es mit "Sayur Urab", was übersetzt soviel wie gemischtes Gemüse bedeutet.



Es folgte "Tuna Sambal Matha", gegrillter Thunfisch unter einem würzigen Salat, den ich motiviert zubereitete.









Anschließen bereiteten wir "Tempe Manis" zu: Tempe ist so ähnlich wie Tofu, aber mit ganzen Sprossen drin. Diese werden in ordentlich Öl gebraten, dazu kommen Erdnüsse und Gemüse wie Chilli, Zitronengrass, Knoblauch und ein wenig Palmenzucker zum Süßen.




 Spätesten nach diesem Gericht war ich schon sehr gesättigt, obwohl ich immer nur die halbe Portion gegessen habe. Aber es half nichts, weiter gings mit "Opor Ayam", einem Hähnchencurry, das mit Gemüse eingekocht wird.


Es folgten "Bali sate liliti", Spieße, die besonders zu Zeremonien in großen Mengen zubereitet werden. Dazu wird Fleisch gehackt und mit Gewürzen und Kokosmilche gemischt und um einen Bambusstab oder Zitronengras gewickelt.




Das letzte Gericht war dann "Sambal Goreng Tahu", ein würziges Tofu Curry mit Gemüse.




Nachdem ich bereits beim vorletzten Gericht fast ohnmächtig vom Stuhl fiel, guckten mich die Angestellten schon mitleidig an, aber ich blieb tapfer und probierte auch vom letzten Gericht einige Löffel.
Danach rollte ich im Schneckentempo über die belebten Straßen nach Hause und nahm alles nur noch schemenhaft war, da meine Wahrnehmung durch die unkontrollierte Nahrungsaufnahme stark getrübt wurde. Doch jetzt bin ich sicher auf meiner Terasse angekommen und werde mich keinen Meter mehr bewegen- aber es war einfach sooo lecker.

Mittwoch, 14. September 2011

Shoppen und Entspannen...

...gehören zu den elementare Tätigkeiten auf Bali, weshalb es mich gestern morgen erneut auf den Markt von Ubud zog- angeblich lässt es sich am Morgen noch besser verhandeln, da das erste Geschäft Glück für den ganzen Tag bringen soll. Mit dem festen Willen, ein paar ordentliche Schnäppchen zu machen, begab ich mich ins morgendliche Getümmel zwischen frühstückende Händler und erste Touristen.
Von allen Seiten rufen dir die Verkäufer zu: "Watches, cheap watches!"- "Sarong madame, you want sarong? good price!" Jaja, der gute Preis startet dann meist in horrenden Dimensionen und man setzt bei der Verhandlung am besten weit unter der Hälfte an- so habe ich es auf jeden Fall gemacht und erntete meist entsetzte Blicke von den Händlern. Man merkte förmlich wie sie dachten: "Du dreiste Touristin hat doch genug Geld, jetzt gib schon was ab davon", sagten aber "Please madame, a little bit higher, for good luck!" Aber ich ließ mich nicht beeindrucken (ich wollte nämlich selber "good luck"), gab nicht nach und konnte so einige Sachen für einen guten  preis erstehen, der mit Sicherheit auch den Verkäufern noch genug einbrachte- sonst hätten sie nicht verkauft. So nahmen sie aber mein Geld, klopften damit ihreWare ab, ein oft gesehenes Ritual hier, das wohl Erfolg für den weiteren Verkauf garantieren soll.







Erschöpft von den Verhandlungen und dem chaotischen Marktgewusel freute ich mich auf meinen bevorstehenden Spa-Termin, zu dem ich mich motiviert zu Fuß auf den Weg machte. Genrell wird man hier nämlich recht gehfaul, da an jeder Ecke ein "Transport" wartet und dich für verhältnismäßig wenig Geld von A nach B kutschiert. Da ich mir am Vorabend aber ein "Death by Chocolate Cake"-Schokokuchen gegönnt hatte, dachte ich mir, ein wenif Bewegung könne nicht schaden. Dass ich einige Male fast von einem Mofa umgefahren wurde, mich innerhalb der 5 Straße von Kuta verlief und die Teerstraße plötzlich zu einem Schotterweg durch die Reisfelder wurde, vergass ich schnell, als ich das Spa betrat. Eine Oase der Ruhe, nur leise Klänge der einheimischen Gamelan-Musik und eine balinesische Angetellte, die mich eine Stunde lang durchknete- und dass mit einer Kraft, die ich so einer kleinen Person niemals zugetraut hätte. Hallelujah, da hab ich wirklich jede Verspannung in meinem Körper gespürt. Danach wurde ich von oben bis unten mit einer speziellen Gewürz-Körper-Maske eingeschmiert,sodass ich wie ein leckeres indonesisches Curry roch. Beim Abduschen hatte ich übrigens meine erste warme Dusche auf Bali- ein Traum.
Anschließen bekam ich noch eine intensive Gesichtbehandlung mit Masken, Cremes und Massage, bei der ich zum etwa dritten Mal einnickte- der Entspannungseffekt halt.
Nun fehlten nur noch die Haare, die mit einer Intensivmaske gepflegt wurden, inklusive unzähliger Kopfmassagen versteht sich. Während die Maske unter einer Haube einwirkte, brachte mir die freundliche Angestellte noch einen Obstteller und Ingwertee- viel mehr bedarf es wirklich nicht.

Montag, 12. September 2011

Ubud

Zur Zeit bin ich in Ubud, dem Künstlerdorf von Bali, wo natürlich auch der Tourismus, man aber dennoch zur Ruhe kommen kann. Im Herzen vin Ubud befindet sich der Monkey Forest, ein Wald in dem, wie der Name schon sagt, Affen leben, der aber außerdem eine wunderschöne Natur zu bieten hat- in der jedoch auch der Tourismus seine spuren zeigt (ich glaube Bali könnte in einigen Jahren ein ernsthaftes Müllproblem bekommen).

Die Äffchen im Wald sind ganz reizend und zutraulich und tollen um die Touristen herum, als hätten sie es nie anders gekannt, dass ihr Lebensraum von Menschen aus aller Welt aufgesucht wird.

Nach dem Ausflug in die Natur erkundeten wir Ubud Straßen und entdeckten einen scheinbar kleinen Straßenstand mit Schmuck- doch je weiter wir an den Ständen entlang gingen, desto weiter drangen wir in die Tiefen eines Marktes ein, dass jedes Shopping Herz höher schlagen lässt. Die Massen an Ware verschlingen einen geradezu und ziehen einen von einem Stand zum nächsten. Das hier bis aufs letzte gehandelt werden muss, versteht sich von selbst und macht zudem den ganzen Spaß an der Sache aus.

Danach gönnten wir uns zur Belohnung für unseren tüchtigen Geschäftssinn erstmal ein fast original italienisches Eis bei Gelato Secret, wo es so außergewöhnliche Sorten wie „Sweet Potatoe“, „Salted Butter Caramel“ und „Tomato Basil“ gab, an die ich mich aber (noch) nicht herantraute.

Am Abend aßen wir in einem kleinen Restaurant, das wunderschön direkt an einem Reisfeld gelegen war und durch diese Idylle die balinesischen Köstlichkeiten gleich doppelt so gut schmecken ließ.

Zum Abschluss des Abends gönnten wir uns noch einen Cocktail in einer Bar mit Reaggae-Live Musik in Form einer indonesischen Cover Band- so sieht wohl Urlaub aus...

Sonntag, 11. September 2011

Fahrt ins Nichts

Wenn der Tag mit einem Frühstück am Pool startet, kann ja eigentlich gar nichts mehr schief gehen...oder eben doch.
Nachdem uns ein Hotelmitarbeiter mitteilte, dass unser Driver Nyoman abgesprungen ist, waren wir trotz großer Enttäuschung dennoch optimistisch, da wir sogleich einen neuen Fahrer, Wayan, an die Seite gestellt bekamen.Sein Auto war zwar ein klappriger Bus, da wir zu diesem zeitpunkt aber noch nicht wussten, dass wir durch extrem kurvige Berglandschaften fahren würden, stiegen wir zufrieden ein.
Tagesziel, das hatten wir sowohl mit unserem Hotelmanager, als auch mit dem Fahrer, besprochen: Lake Batur.
Zunächst hielt der gute Mann aber bereits nach 10 Minuten auf einem Hof, auf dem balinesische Bilder verkauft wurden- Kaffeefahrt? So kam es uns auf jeden Fall vor, also blieben wir konsequent im Auto sitzen und schickten den Fahrer weiter. Er versuchte zwar, uns noch von einem Silber Verkauf zu überzeugen, aber wir blieben hart und so wurden wir brav zu dem Besakih Tempel, dem „Mutter-Tempel“ und auch dem größten der Insel kutschiert.
Hier erwartete uns bereits die nächste „Touri Abzocke“- wir mussten uns Sarongs kaufen. Sicher hätten man sie auch leihen können, aber da die Tücher wirklich schön waren und wir eh noch ein paar Souvenirs brauchten, willigten wir ein. Untenrum in typischer Hindu-Montur ging es mit einem Führer, für den wir natürlich auch wieder zahlen mussten, in den Tempel.

Hier zeigte uns der Führer in einem Bereich, der auch für Christen zugelassen ist, ein typisches Gebet und wir fühlten uns danach sehr gesegnet. Dann durften wir noch für die Renovierung des Tempels spenden- wie nett.

Nach der ausgiebigen Tour, auf der wir auch hunderte Postkarten-, Figuren- und Getränkeverkäufer erfolgreich abgewimmelt hatten, knurrten bereits die Mägen. Wir baten Wayan, uns zu einem billigen Restaurant mit möglichst wenig Touristen zu bringe, das auf dem Weg zum Batur See liegt. Irgendwas hatte er an der Information wohl missverstanden, denn wir landeten in der nächsten Touristenhochburg. Der Hunger ließ aber keine weiteren Wege zu und so aßen wir an einem Aussichtspunkt auf die Vulkanlandschaft ein indonesisches Buffet, in dem wir gegen Ende ein tote Fliege fanden. Da konnte dann nur noch das einheimische und wirklich exotische Obst genossen werden.

Wieder im Auto fragte uns Wayan, ob wir noch zum Herstellungsort vom Luwa Kaffee, dem teuersten Kaffee der Welt fahren wollten. „Liegt das auf dem Weg zum Batur See?“ „Yes Yes“- Ok, dann los. Dieser Abstecher war wirklich sehr interessant und, man mag es kaum glauben, es gab sogar etwas umsonst: verschiedene Sorten Kaffee, die dort angebaut werden wie auch der hauseigene Tabak.


Bereits 15 Minuten später hielt unser reizender Fahrer n wieder an. „Sind wir etwa schon am See?“ „No no, this is temple?“ Schon wieder? Wir hatten wirklich genug von Tempeln am heutigen Tag und wollten endlich ans Ziel.
„Batur Lake? No no, is much too far, much too far...“ So endete unser Ausflug vom See also damit, dass wie niemals ankamen, wir genervt vom Fahrer waren, der uns entweder nicht verstand oder nicht verstehen wollte, den wir zur Strafe aber auf dem Rückweg an mehreren Läden und an einigen Reisterrassen anhalten ließen, die durch ihre atemberaubende Schönheit die erhitzten Gemüter wieder ein bißchen beruhigen konnten.