„In Melbourne kann man alle 4 Jahreszeiten an einem Tag erleben“- keinen Satz habe ich hier öfter gehört und er hat sich zu großen Teilen bewahrheitet. Obwohl, meistens war es einfach nur kalt, stürmisch und hat in Strömen geregnet. Da konnte ich nicht einfach durch die Straßen schlendern und die Stadt auf mich wirken lassen, jeder Weg und jeder Ausflug musste genau geplant werden, um kein Opfer der Unwetters zu werden. So wurden viele Museen und Gallerien besucht, von denen Melbourne zum Glück einige und dazu noch sehr schöne zu bieten hat. Ebenso tragen unzähligen Cafes und schöne Geschäfte, Kinos („Crazy, Stupid Love“ ist übrigens ein super Film) und Hallenbäder dazu bei, dass die Zeit auch bei Regen schnell vergeht, was dem Reisebudget allerdings nicht besonders gut tut.
Ganz umsonst ist dafür das Public Viewing des „Grand Final“ der AFL, der Australischen Football League. Zwar ist das Spiel am Anfang nicht ganz durchschaubar, da zwei Mannschaften scheinbar planlos einen Ball durch die Gegend werfen, schießen oder rollen und sich dabei gelegentlich mit ordentlich Rums zu Boden tackeln (und man beachte, dass hier nicht wie im American Football Schutzkleidung getragen wird- das sind harte Männer die Australier), aber es macht trotzdem Spaß inmitten der Fans mitzujubeln.
Melbourne als Stadt hat einen etwas europäischen Flair, es ist hier nicht ganz so sauber und geordnet wie in Sydney, hat aber dafür mehr individuellen Charme. Es scheint eine größere Vielfalt an Nationen hier zu leben, die mit ihren Einflüssen das Stadtbild prägen. Es gibt sehr trendy und alternative Gegenden, chinesische, griechische und italienische Viertel, wobei man eine Straße weiter schon wieder an den Luxusboutiquen von Chanel und Prada vorbei flanieren kann.
Und immer wieder entdeckt man kleine Nebenstraßen, in denen das Leben pulsiert, in denen kleine Cafes, Shops und Gallerien aufeinandertreffen. Besonders beeindruckend ist die Hoiser Lane, die für ihre unzähligen Graffitis und Street Art bekannt ist.
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