Sonntag, 11. September 2011

Fahrt ins Nichts

Wenn der Tag mit einem Frühstück am Pool startet, kann ja eigentlich gar nichts mehr schief gehen...oder eben doch.
Nachdem uns ein Hotelmitarbeiter mitteilte, dass unser Driver Nyoman abgesprungen ist, waren wir trotz großer Enttäuschung dennoch optimistisch, da wir sogleich einen neuen Fahrer, Wayan, an die Seite gestellt bekamen.Sein Auto war zwar ein klappriger Bus, da wir zu diesem zeitpunkt aber noch nicht wussten, dass wir durch extrem kurvige Berglandschaften fahren würden, stiegen wir zufrieden ein.
Tagesziel, das hatten wir sowohl mit unserem Hotelmanager, als auch mit dem Fahrer, besprochen: Lake Batur.
Zunächst hielt der gute Mann aber bereits nach 10 Minuten auf einem Hof, auf dem balinesische Bilder verkauft wurden- Kaffeefahrt? So kam es uns auf jeden Fall vor, also blieben wir konsequent im Auto sitzen und schickten den Fahrer weiter. Er versuchte zwar, uns noch von einem Silber Verkauf zu überzeugen, aber wir blieben hart und so wurden wir brav zu dem Besakih Tempel, dem „Mutter-Tempel“ und auch dem größten der Insel kutschiert.
Hier erwartete uns bereits die nächste „Touri Abzocke“- wir mussten uns Sarongs kaufen. Sicher hätten man sie auch leihen können, aber da die Tücher wirklich schön waren und wir eh noch ein paar Souvenirs brauchten, willigten wir ein. Untenrum in typischer Hindu-Montur ging es mit einem Führer, für den wir natürlich auch wieder zahlen mussten, in den Tempel.

Hier zeigte uns der Führer in einem Bereich, der auch für Christen zugelassen ist, ein typisches Gebet und wir fühlten uns danach sehr gesegnet. Dann durften wir noch für die Renovierung des Tempels spenden- wie nett.

Nach der ausgiebigen Tour, auf der wir auch hunderte Postkarten-, Figuren- und Getränkeverkäufer erfolgreich abgewimmelt hatten, knurrten bereits die Mägen. Wir baten Wayan, uns zu einem billigen Restaurant mit möglichst wenig Touristen zu bringe, das auf dem Weg zum Batur See liegt. Irgendwas hatte er an der Information wohl missverstanden, denn wir landeten in der nächsten Touristenhochburg. Der Hunger ließ aber keine weiteren Wege zu und so aßen wir an einem Aussichtspunkt auf die Vulkanlandschaft ein indonesisches Buffet, in dem wir gegen Ende ein tote Fliege fanden. Da konnte dann nur noch das einheimische und wirklich exotische Obst genossen werden.

Wieder im Auto fragte uns Wayan, ob wir noch zum Herstellungsort vom Luwa Kaffee, dem teuersten Kaffee der Welt fahren wollten. „Liegt das auf dem Weg zum Batur See?“ „Yes Yes“- Ok, dann los. Dieser Abstecher war wirklich sehr interessant und, man mag es kaum glauben, es gab sogar etwas umsonst: verschiedene Sorten Kaffee, die dort angebaut werden wie auch der hauseigene Tabak.


Bereits 15 Minuten später hielt unser reizender Fahrer n wieder an. „Sind wir etwa schon am See?“ „No no, this is temple?“ Schon wieder? Wir hatten wirklich genug von Tempeln am heutigen Tag und wollten endlich ans Ziel.
„Batur Lake? No no, is much too far, much too far...“ So endete unser Ausflug vom See also damit, dass wie niemals ankamen, wir genervt vom Fahrer waren, der uns entweder nicht verstand oder nicht verstehen wollte, den wir zur Strafe aber auf dem Rückweg an mehreren Läden und an einigen Reisterrassen anhalten ließen, die durch ihre atemberaubende Schönheit die erhitzten Gemüter wieder ein bißchen beruhigen konnten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen