Mein erster Tag auf Bali ist fast vorbei und ich hatte soeben mein erstes einheimisches Dinner. Mit Areef, einen reizenden Einheimischer, der zwar eigentlich aus Java stammt, aber wegen der besseren Arbeitsbedingungen auf Bali wohnt, hatte ich dank einer Freundin (Danke Urte!) schon vor meiner Abreise Kontakt. Heute Abend holte er mich mit seinem Moped bei meinem Hotel ab, das allem Anschein nach das Lieblingsgefährt der Balinesen ist- sie werden sogar als Taxis benutzt, wobei Areef mir riet, lediglich die uniformierten Fahrer zu nutzen, alle anderen wären nicht unbedingt die sicherste Variante der Fortbewegung. Areef selbst scheint mir aber ein sehr geübter Fahrer zu sein, denn obwohl ich einen Kopf größer und wahrscheinlich doppelt so schwer bin wie er, lenkte er uns sicher durch die Gassen von Kuta zu einem netten Restaurant etwas Abseits der Touristenhochburgen. Freundlich hatte er mich zuvor noch gefragt, was ich denn essen möchte, denn "European people sometimes have problems with stomach with our food" (Zitat Areef), aber mutig forderte ich ein einheimisches Restaurant. Die Einrichtung war spartanisch, grelles Licht schien von der Decke und am Eingang lagen die toten Fische und ein paar noch zuckende Riesenkrebse- doch genau das machte das Ambiente dieses Ortes aus: ein bißchen hektisch, ein bißchen einfach und doch großartiges Essen. Ich ließ Areef für mich bestellen und bekam ein fantastisches Nasi Goreng mit Meerestieren, unfassbar leckerer Soße und Gemüse (und eins, zwei Sachen, die ich nicht ganz zuordnen konnte, die aber durchaus lecker waren). Danach noch ein Shake aus Kokosnuss und frischer Mango und das alles zu einem Preis, für den man bei uns vielleicht gerade mal eine Portin Pommes Schranke bekommt- was für mich aber eh unerheblich war, da Areef mich nicht bezahlen ließ.
Nach dem Essen fuhren wir noch ein bißchen durch Kuta, damit ich einen kleinen Überblick bekommen konnte, vorbei an großen Bars aus denen die Livemusik schepperte, an Surfläden, Tourishops, am Hardrock Cafe und Starbucks (die sind aber auch wirklich überall...) aber auch vorbei an der Gedenkstätte der Anschläge von 2002, die inmitten einer belebten Hauptstraße zwischen Bars und Diskotheken errichtet wurde, um den Opfern zu gedenken.
Da der Jetlag, die Aufregung des ersten Tages und die heiße Sonne mich doch ein wenig ermüdet hatten, brachte Areef mich ins Hotel zurück, doch morgen schon zeigt er mir mehr von seinem „paradise“, wie er Bali liebevoll nennt.
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