Donnerstag, 15. September 2011

Balinesische Küche

Der heutige Tag begann ruhig: das obligatorische Fühstück auf der Terasse, ein bißchen lesen, ein bißchen Wäsche waschen. Dann ging es raus in das Getümmel Ubuds, wobei ich nach einer halben Stunde die erste Rast in einem Cafe machte:Pausen müssen sein. Hier gönnte ich mir einen einheimischen Fruchtsalat mit Jogurt!, meine wahrscheinlich erste Portion Calcium seit ich hier bin.

Nach der Stärkung schlenderte ich ein bißchen duch die belebte Monkey Forest Road, wo sich Geschäfte, Spa´s und Restaurants aneinanderreihen. Ich war auf der Suche nach einem weiteren Ort zur Rast, an dem ich einen leckeren Kaffee bekommen könnte (gestaltet sich hier recht schwierig, da der balinesische Kaffee für europäische Geschmacksnerven doch eher ungewöhnlich ist) und da sah ich es: das Mekka der Kaffeespezialitäten: Starbucks!



Nachdem ich hier einen "Tall Cappucino" genossen hatte, zu dessen Preis wahrscheinlich eine ganze balinesische Familie zu Abend essen kann, machte ich mich auf den Weg zu meinem Kochkurs im "Bumbu Bali". Der Vormittagskurs war schon am Vortag ausgebucht gewesen, doch man bot mir einen am Nachmmittag an. Kein Problem, dachte ich und freute mich auf eine lustige Runde- wie viel Teilnehmer sie wohl in eine Gruppe quetschen würden? Einen- MICH.
Ich und meine Kochlehrerin waren also allein am Werk, worübe rich zunächst ein wenig enttäuscht war, was sich aber anschließend als völlig unbegründet rausstellte. Dadurch, dass ich die einzige Schülerin war, konnte sich meine Lehrerin ganz auf mich und meine speziellen Fragen konzentrieren. Außerdem konnte ich so alle Kochvorgänge selber machen, die sonst innerhalb der Gruppe aufgeteilt werden. Ein weiterer Vorteil zeigte sich in der Zubereitung: in der balinesischen Küche werden viele Vorgänge, wie das Vermischen von Zutaten, mit den bloßen Händen durchgeführt- und ich war froh, dass nur ich meine Patschehändchen in meinem Essen hatte und niemand sonst...
Nachdem mir die Köchin die wichtigsten Gewürze und Zutaten der balinesischen Küche erklärt und gezeigt hatte, begannen wir mit dem Kochen. Zunächst zeigte sie mit die Zubereitung von "Base Gede", eine balinesische Soße, die vielen Rezepten als Grundlage oder Würzmittel dient. Weiter ging es mit "Sayur Urab", was übersetzt soviel wie gemischtes Gemüse bedeutet.



Es folgte "Tuna Sambal Matha", gegrillter Thunfisch unter einem würzigen Salat, den ich motiviert zubereitete.









Anschließen bereiteten wir "Tempe Manis" zu: Tempe ist so ähnlich wie Tofu, aber mit ganzen Sprossen drin. Diese werden in ordentlich Öl gebraten, dazu kommen Erdnüsse und Gemüse wie Chilli, Zitronengrass, Knoblauch und ein wenig Palmenzucker zum Süßen.




 Spätesten nach diesem Gericht war ich schon sehr gesättigt, obwohl ich immer nur die halbe Portion gegessen habe. Aber es half nichts, weiter gings mit "Opor Ayam", einem Hähnchencurry, das mit Gemüse eingekocht wird.


Es folgten "Bali sate liliti", Spieße, die besonders zu Zeremonien in großen Mengen zubereitet werden. Dazu wird Fleisch gehackt und mit Gewürzen und Kokosmilche gemischt und um einen Bambusstab oder Zitronengras gewickelt.




Das letzte Gericht war dann "Sambal Goreng Tahu", ein würziges Tofu Curry mit Gemüse.




Nachdem ich bereits beim vorletzten Gericht fast ohnmächtig vom Stuhl fiel, guckten mich die Angestellten schon mitleidig an, aber ich blieb tapfer und probierte auch vom letzten Gericht einige Löffel.
Danach rollte ich im Schneckentempo über die belebten Straßen nach Hause und nahm alles nur noch schemenhaft war, da meine Wahrnehmung durch die unkontrollierte Nahrungsaufnahme stark getrübt wurde. Doch jetzt bin ich sicher auf meiner Terasse angekommen und werde mich keinen Meter mehr bewegen- aber es war einfach sooo lecker.

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